Materialien vergolden

Welche Metalle lassen sich vergolden?

Silber, Edelstahl, Messing, Kupfer und verschiedene Goldlegierungen lassen sich in vielen Fällen hochwertig vergolden. Entscheidend ist aber nie nur der Materialname: vorhandene Beschichtungen, Oberfläche, Geometrie, Zustand und spätere Nutzung bestimmen, welcher Aufbau sinnvoll ist.

Verschiedene Metalloberflächen vor und nach einer Goldveredelung bei LAFFARTS
Material, Oberfläche und vorhandene Beschichtung entscheiden über den sinnvollen Aufbau.
Foto zuerstMaterial und Zustand werden vor der Einsendung eingeordnet.
Kein pauschales JaAuch ein grundsätzlich geeignetes Metall kann im Einzelfall ungeeignet sein.
1 / 3 / 5 µm HartgoldSchichtstärke richtet sich nach Nutzung und Belastung.
14 / 18 / 24 KaratDie abschließende Farbgoldauflage bestimmt den Goldton.
Schnell einordnen

Drei Kategorien statt pauschaler Materiallisten.

Die wichtigste Unterscheidung ist nicht „Metall oder nicht“, sondern ob Grundmaterial, vorhandene Oberfläche und gewünschte Nutzung einen verlässlichen Schichtaufbau zulassen.

Häufig gut geeignet

Silber, Edelstahl, Messing, Kupfer und Goldlegierungen.

Bei technisch geeigneter Oberfläche können diese Metalle in vielen Fällen materialgerecht vorbereitet und vergoldet werden.

Nur nach Prüfung

Chrom, Bronze, Platin, Palladium und unbekannte Altbeschichtungen.

Hier entscheiden Legierung, vorhandene Schichten, Oberflächenzustand und Geometrie besonders stark über den sinnvollen Weg.

Nicht im Standardprozess

Aluminium, Titan, Zinkdruckguss, PVD und Nichtmetalle.

Aluminium, Titan, Zinkdruckguss und PVD-beschichtete Teile nehmen wir für die reguläre galvanische Vergoldung nicht an. Nichtmetallische Objekte gehören ebenfalls nicht zum regulären Galvanikprozess.

Material für Material

So unterscheiden sich die wichtigsten Grundmaterialien.

häufig sehr gut geeignet

Silber

Silber ist eine sehr gute Grundlage für vergoldeten Schmuck. Vor der Vergoldung werden Oberfläche und vorhandene Beschichtungen geprüft; je nach Stück wird ein materialgerechter Haft- und Sperraufbau ergänzt.

Silber im Detail
häufig gut geeignet

Edelstahl

Edelstahl eignet sich für viele Schmuck-, Uhren- und Metallteile. Entscheidend ist eine saubere Aktivierung und ein passender Haftaufbau, bevor die eigentliche Goldauflage aufgebaut wird.

Edelstahl im Detail
nach Zustand gut geeignet

Messing

Messing lässt sich häufig sehr schön vergolden. Alte Lacke, Korrosion, Poren und vorhandene Beschichtungen müssen jedoch vorab berücksichtigt werden, damit die spätere Oberfläche ruhig und geschlossen wirkt.

Messing im Detail
nach Prüfung geeignet

Kupfer

Kupfer kann hochwertig vergoldet werden, braucht aber einen geeigneten Sperraufbau, damit Bestandteile des Grundmaterials die spätere Goldoberfläche nicht beeinträchtigen.

Kupfer im Detail
technische Prüfung erforderlich

Chrom

Verchromte Teile werden nicht pauschal freigegeben. Zustand, Altbeschichtung und Haftung entscheiden, ob die vorhandene Oberfläche vorbereitet werden kann oder ob zuerst ein neuer Aufbau nötig ist.

Chrom im Detail
häufig nach Prüfung möglich

Goldlegierungen

Auch vorhandener Goldschmuck kann neu vergoldet oder farblich angepasst werden. Zustand, alte Beschichtungen, Lötstellen, Steinbesatz und gewünschter Goldton werden vorab berücksichtigt.

Weitere Metalle: Bronze, Platin und Palladium können je nach Stück ebenfalls technisch einordenbar sein. Diese selteneren Fälle prüfen wir immer individuell anhand von Fotos und – falls bekannt – Materialangaben.
Wie eine Vergoldung aufgebaut wird

Gold haftet nicht auf jedem Material auf demselben Weg.

Eine hochwertige Vergoldung ist mehr als „Gold auf Metall“. Je nach Grundmaterial werden Oberfläche, Haftung und Sperrschichten so vorbereitet, dass die Hartgoldauflage stabil aufgebaut werden kann. Erst danach entsteht mit der Farbgoldauflage der gewünschte Goldton.

01
GrundmaterialSilber, Edelstahl, Messing, Kupfer, Goldlegierung oder ein technisch geeigneter Sonderfall.
02
Vorbereitung, Haftung & SperreReinigung, Oberflächenaufbereitung und materialabhängige Haft- beziehungsweise Sperrschichten.
03
Hartgoldauflage · 1 / 3 / 5 µmDie eigentliche Abriebreserve wird passend zu Nutzung, Kontaktflächen und Geometrie gewählt.
04
Farbgold · 14 / 18 / 24 KaratDie abschließende Farbgoldauflage bestimmt die sichtbare Gelbgoldwirkung.
Typischer Weg nach Material

Was sich technisch unterscheidet.

Die folgende Darstellung ist eine Orientierung. Der genaue Aufbau wird erst nach Prüfung des konkreten Stücks festgelegt.

SilberOberfläche prüfen und vorbereitenJe nach Zustand folgt ein geeigneter Haft-/Sperraufbau, danach Hartgold und gewünschter Farbgoldton.
EdelstahlAktivierung und Haftung sind zentralDie Oberfläche muss für den galvanischen Aufbau vorbereitet werden, bevor Hartgold und Farbgold folgen.
Messing / KupferSperraufbau besonders wichtigDer Unterbau soll Migration und Verfärbung aus dem Grundmaterial kontrollieren, bevor die Goldschichten folgen.
ChromAltbeschichtung zuerst beurteilenJe nach Zustand muss Chrom vorbereitet oder entfernt und die Oberfläche neu aufgebaut werden, bevor vergoldet werden kann.
GoldlegierungenAufarbeitung und Farbziel abstimmenVorhandene Oberfläche und Beschichtung werden geprüft; anschließend kann die gewünschte Goldwirkung neu aufgebaut werden.
Nicht im regulären Vergoldungsprozess

Diese Materialien lehnen wir im Standardprozess ab.

Der Grund ist nicht, dass sich theoretisch niemals Gold darauf bringen ließe. Entscheidend ist, ob wir für Ihren Auftrag einen reproduzierbaren und vertretbaren Aufbau anbieten können.

Aluminium & TitanKeine reguläre Annahme für die galvanische Vergoldung bei LAFFARTS.
Zinkdruckguss & ZinnZu hohe Risiken durch Grundmaterial, Porosität oder Haftungsprobleme im Standardprozess.
PVD-beschichtete TeilePVD ist kein regulärer Untergrund für unsere Vergoldungsaufträge. Solche Teile nehmen wir grundsätzlich nicht als Standardfall an.
Lackierte OberflächenLack ist keine geeignete galvanische Basis und muss bei solchen Anfragen als Ausschlusskriterium betrachtet werden.
Kunststoff, Keramik, Carbon & WolframDiese Werkstoffe gehören nicht zu unserem regulären galvanischen Leistungsbereich.
Textilien, Pflanzen & organische MaterialienNichtmetallische beziehungsweise organische Objekte nehmen wir nicht zur galvanischen Vergoldung an.
Wichtig: „Guss“ ist nicht automatisch ein Ausschlusskriterium. Entscheidend ist das tatsächliche Grundmaterial. Messing- oder Bronzeguss kann anders zu bewerten sein als Zinkdruckguss. Deshalb hilft eine möglichst genaue Materialangabe.
Häufige Fragen

Wenn das Material nicht eindeutig ist.

Ich weiß nicht, aus welchem Metall mein Stück besteht. Was soll ich tun?

Senden Sie Fotos von Vorder- und Rückseite sowie vorhandenen Stempeln oder Markierungen. Das kann die erste Einordnung erleichtern. Wenn das Material daraus nicht sicher hervorgeht, sagen wir Ihnen, welche Information noch fehlt.

Reicht ein 925-, 585- oder 750-Stempel als Materialnachweis?

Ein Stempel ist ein wichtiger Hinweis, beschreibt aber nicht zwingend jede vorhandene Beschichtung, jedes Lötteil oder jeden späteren Umbau. Deshalb betrachten wir immer das gesamte Stück.

Kann ein grundsätzlich geeignetes Metall trotzdem abgelehnt werden?

Ja. Starke Korrosion, ungeeignete Altbeschichtungen, beschädigte Oberflächen, problematische Fassungen oder eine ungünstige Geometrie können einen Auftrag trotz geeignetem Grundmaterial technisch oder wirtschaftlich unvernünftig machen.

Warum werden PVD-beschichtete Teile nicht regulär angenommen?

Eine vorhandene PVD-Schicht ist ein eigenständiger harter Beschichtungsaufbau. Für eine verlässliche galvanische Neuvergoldung müsste ihr Zustand und ihre Entfernung beziehungsweise Vorbereitung sicher beherrschbar sein. Das bieten wir nicht als regulären Standardauftrag an.

Was brauche ich für die erste Materialprüfung?

Klare Fotos, möglichst eine Rückseite, auffällige Stellen und – wenn bekannt – Material, Maße und vorhandene Beschichtung. Sie müssen das Stück für die erste Einschätzung nicht sofort einsenden.

Unsicher beim Material?

Zeigen Sie uns das Stück zuerst per Foto.

Wir ordnen Material, vorhandene Oberfläche, Zustand und Nutzung ein. Danach wissen Sie, ob eine Vergoldung sinnvoll ist und welcher nächste Schritt passt.